Poste das verdammte Reel

Es könnte einfach sein – ist es aber nicht

Als Autorin von humorvollen Liebesromanen weiß ich, wie man Leserinnen zum Lachen bringt und ihre Herzen berührt – das ist mein Steckenpferd. Ich kreiere dreidimensionale Figuren und spritzige Dialoge, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Was ich allerdings nicht so einfach kann, ist schnell ein Reel posten, um auf mich und meine Werke aufmerksam zu machen. Das mag leichter klingen, als ein Buch zu schreiben – aber für mich ist es das nicht! Der Anspruch an Perfektionismus und der Wunsch, etwas Sinnstiftendes zu posten, wirken auf mich total lähmend. Die Social Media Gurus empfehlen Inhalte, die Follower unterhalten oder ihre Probleme lösen, bevor sie einen Kurs verkaufen oder die perfekte Strategie versprechen. Na, wenns sonst nichts ist, oder? Sicher, ich könnte solche Inhalte kreieren (oder ihre Online-Kurse buchen), aber in der gleichen Zeit könnte ich auch ein neues Buch schreiben, was für mich einfacher wäre. Doch letztlich wäre mir wenig geholfen, denn erst Social Media erhöht meine Reichweite und Sichtbarkeit. Seht ihr mein Dilemma? (Das trifft es perfekt)

Die Angst vor Verurteilung

Ich gebe es offen zu: Es ist nicht nur der Wunsch, hochwertigen Content zu kreieren. In Zeiten der Cancel Culture und unaufhörlicher Bewertung (Cancel Culture Explained), überlege ich mir ganz genau, zu welchen Themen ich öffentlich Stellung nehme. Nicht, dass ich besonders kontrovers wäre, im Gegenteil, ich bin ziemlich durchschnittlich. Trotzdem gibt es immer Trolle, die irgendetwas an meinem Content auszusetzen haben. Klar, man sollte darüberstehen, aber ich bin sensibel und nehme Kritik oft zu persönlich. Mangelnde Reaktionen auf meine Videos deprimieren mich, da sie für mich ein „nicht gut genug“ signalisieren. Ein kreativer Killer. Da lösche ich lieber die Reels wieder, Instagram hält mich für verrückt, und meine Reichweite ist im Keller. Hab ich schon erwähnt, dass ich einfach nur in Ruhe Bücher schreiben will?

Der innere Kritiker: Ein ständiger Begleiter

Ich habe ChatGPT um seine Meinung gebeten, und es antwortete poetisch: Der innere Kritiker ist ein ständiger Begleiter auf unserer kreativen Reise. Aha! Ich bin pragmatischer und sage, Selbstzweifel sind so hilfreich wie Pickel am Hintern – keiner braucht sie, aber viele kennen sie trotzdem. Die KI weiter: Akzeptanz von Imperfektion und positive Selbstgespräche können helfen, den inneren Kritiker zu übertönen. Also, ChatGPT, ich muss sagen, danke für nichts! Was soll ich denn bitte mit so einer Antwort anfangen?

Praktische Tipps

ChatGPT hat vorgeschlagen, euch Lösungen vorzustellen. Dummerweise habe ich keine. Aber ich gebe der KI eine weitere Chance: Daher zählt der erste Schritt mehr als man denkt! Das Aufhören mit Überdenken und das bloße Beginnen eröffnen neue kreative Horizonte. Ein Beispiel? Die „20-Sekunden-Regel“: Entscheidungen in Sekunden treffen, bevor der innere Kritiker zuschlägt (Quick Start Techniques). Nicht vollständig überzeugt, beschließe ich dennoch, diesen Artikel innerhalb von 20 Sekunden zu posten und ihn danach nicht mehr anzusehen. Wenn ihr diesen Artikel online findet, hat die Technik tatsächlich funktioniert.

Also was jetzt? Einfach machen?

Zusammengefasst: Diese „Technik“ funktioniert vielleicht nicht immer. Vielleicht auch gar nicht. Keine „Wunderpille“ tut das. Wenn doch, würde ich 10 Kilo weniger wiegen und mich länger konzentrieren können, als der Vorspann einer durchschnittlichen Sitcom dauert. Doch die einfache Wahrheit ist oft der beste Ratschlag: Einfach machen. Und ja, der innere Kritiker wird zuschlagen und einige Videos werden gelöscht werden. Doch mit der Zeit entwickelt man ein Gespür und eine dickere Haut, für den Fall, dass jemand es missversteht. Besser eine kontroverse Meinung als gar keine, oder? In hundert Jahren sind wir alle tot und verliert sich die Brisanz dessen nicht ohnehin?

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich gehe jetzt ein Reel posten.

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